Japaner haben für das Betrachten des Herbstlaubs ein eigenes Wort: Momijigari – die „Jagd nach den roten Blättern“. Für viele Einheimische ist sie das schönere Pendant zur Kirschblüte: ruhiger, länger, farblich dramatischer.
Wann der Herbst ankommt
Anders als die Kirschblüte zieht der Herbst von Nord nach Süd — eine vollständige Übersicht über Regionen, Ryokan und beste Reisezeiten bietet unser Länderprofil Luxusreisen Japan. In Hokkaido beginnt die Färbung bereits Ende September, erreicht Tokio und Kyoto Mitte bis Ende November und endet in Kyushu erst Anfang Dezember. Damit ist das Reisefenster für Momiji deutlich länger als für Sakura – wer flexibel ist, kann fast zwei Monate in voller Pracht reisen.
Die japanischen Wetterdienste veröffentlichen jährlich präzise Momiji-Forecasts; wir berücksichtigen diese in der Reiseplanung und justieren Routen kurzfristig nach.
Kyoto – der Klassiker, mit Strategie
Tofuku-ji mit seiner berühmten Tsutenkyo-Brücke, der Eikando-Tempel mit nächtlicher Beleuchtung, die Bambuswege von Arashiyama, der ruhige Garten des Rurikoin – Kyoto im November ist atemberaubend, aber voll. Unser Rat: früh am Morgen, gezielt einzelne Tempel statt eines Maratons, und mindestens zwei Übernachtungen in einem traditionellen Ryokan im Stadtrand-Bezirk, etwa Ohara oder Kurama, wo das Herbstlaub ohne Menschenmassen erlebbar ist.
Drei Orte abseits der bekannten Pfade
- —Nikko nördlich von Tokio – Wasserfälle, Bergseen und der Irohazaka-Pass mit seinen 48 Kurven, einer der spektakulärsten Herbstrouten Japans.
- —Die Japanischen Alpen rund um Kamikochi – alpine Landschaft mit Lärchen, klaren Bächen und Onsen-Dörfern wie Shirahone.
- —Miyajima bei Hiroshima – das berühmte Torii im Wasser, eingerahmt von feuerroten Ahornbäumen am Berg Misen.
Onsen im Herbst – die unterschätzte Kombination
Kein Erlebnis verbindet sich harmonischer mit der Momiji-Saison als ein Aufenthalt in einem traditionellen Ryokan mit eigenem Onsen. Während draußen die kühle Bergluft das Laub leuchten lässt, sitzt man im dampfenden Außenbad – ein japanischer Klassiker, der sich erst im Herbst voll entfaltet. Regionen wie Hakone, die Halbinsel Izu oder Kinosaki Onsen bei Kyoto eignen sich besonders.
Was man im Herbst nicht vergessen sollte
- —Tagesschwankungen einplanen: morgens kühl (5–10 °C), mittags mild (15–20 °C) – Zwiebellook.
- —Frühe Sonnenuntergänge: nach 17 Uhr wird es dunkel; viele Tempelgärten bieten dafür spektakuläre Beleuchtungen.
- —Reservierungen für Tempel-Spezialführungen, Teezeremonien und Top-Ryokans: 3–6 Monate vorher buchen.
- —JR Pass prüfen: Bei mehreren Inlandsstrecken meist günstiger als Einzeltickets; gilt nicht für die Nozomi-Shinkansen.
Japan im Herbst ist die Reise für alle, die das Land schon einmal im Frühjahr erlebt haben – und gemerkt haben, dass Sakura nur die halbe Geschichte ist.
In unseren Maßreisen verbinden wir die klassischen Momiji-Höhepunkte gerne mit einer Region, die weniger im Fokus steht – etwa der Kii-Halbinsel mit ihren Pilgerwegen, der Insel Shikoku oder den Bergen Tohokus. Welche Kombination zu Ihnen passt, klären wir am liebsten persönlich.
Tiefer eintauchen
Alles zu Regionen, bester Reisezeit, Unterkünften und Kosten finden Sie in unseren ausführlichen Länderprofilen:
Lassen Sie sich inspirieren
Diese Reise lässt sich genau auf Sie zuschneiden — wir entwerfen sie persönlich.


